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  • Aneta Andrukiewicz

Wir sind immer noch da - auch in der Corona-Krise!

Von Dr. Jagoda Rosul-Gajic


Millionen von Zuschauern schalten täglich die "Tagesschau", "Heute"-Nachrichten, "Anne Will" und viele weitere Sendungen zur Corona-Krise ein. Zu diesen Sendungen eingeladen oder online zugeschaltet sind in der Regel oft Unternehmer*innen, die diese Krise besonders stark (be-)trifft. So auch Eltern und ihre Kinder. Auch Ärzte und Pflegekräfte werden bei ihrer Arbeit begleitet. Was aber auffällt, ist, dass die Menschen mit Migrationshintergrund scheinbar gar nicht vorhanden sind. Nicht einmal „die bosnische Krankenschwester“ oder ein „türkischstämmiger Gastronom“ werden erwähnt. Gerade in München und Bayern gibt es zum einen sehr viele Firmen, die von Migrant*innen gegründet wurden und zum anderen Unternehmen, die auf ausländischen Fachkräfte angewiesen sind: eben auf Menschen mit Migrationshintergrund. Laut der Förderbank KfW leisten Migrant*innen einen überdurchschnittlichen Beitrag zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Sie stellen 21 % der Gründer dar bei einem Bevölkerungsanteil von 18 %, wenn man sich einmal den Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 betrachtet. Hochgerechnet haben 43% Münchner*innen einen Migrationshintergrund. Hiervon arbeiten allein in der Pflege in München inzwischen 60 – 70% dieser Menschen. Wo sind sie und wie geht es ihnen in der jetzigen Krise?!?

Wenn aber die Medien über Migranten in der Corona-Krise berichten, dann heißt es auch weiterhin nur stereotypisch: „Die, die man für die Spargelernte dringend braucht“, „Die, die kein Deutsch sprechen“, „die Geflüchteten“, „die, die Integrationsmaßnahmen brauchen“ usw. Oder es werden uns Bilder von „Kindern aus schwierigen Verhältnissen“ gezeigt. Dies sind in der Regel Bilder, die ein mit Migration, Problem und Gewalt verbundenes Konstrukt reproduzieren. Und was ist mit uns, die seit Jahren erfolgreich Teil des ganzen Systems sind? Die Corona-Krise trifft uns alle. Auch wir Migrant*innen möchten gefragt werden, wie es uns geht und was wir tun können, um gemeinsam diese Krise zu bewältigen!







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